Für eine Rückkehr der Philosophie

Reflexionen zur 150. Ausgabe von Abenteuer Philosophie

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Anfang der 1980er-Jahre, als das Philosophie-Magazin Abenteuer Philosophie“ (noch unter einem anderen Namen) aus der Taufe gehoben wurde, hatte es keine Konkurrenz. Es gab einige elitäre, rein universitäre Philosophie-Fachmagazine, für die man ein Philosophiestudium in der Tasche und ein  Philosophielexikon bei der Hand brauchte, um zu erraten, was uns denn der philosophische Autor mitzuteilen gedachte.

Dass wir es wagten, die Devise je unverständlicher, umso philosophischer“ zu durchbrechen und eine Rückkehr der Philosophie für Jedermann/frau“ zu postulieren, machte uns verdächtig.  „Esoteriker“ und „Pseudophilosophen“ waren noch die schmeichelhaftesten Zurufe von den philosophischen Elfenbeintürmen.

Heute gibt es eine ganze Reihe popularphilosophischer Magazine am Markt und die großen Philosophen an den Universitäten zeichnen sich durch popularphilosophische Publikationen, darunter mehrere Bestseller, durch popularphilosophische Radiosendungen und Symposien aus. „Philosoph“ will wieder verstanden werden. Philosophie kehrt wieder zu den Menschen und in den Alltag zurück. Und dies ist gut so!

Genau diese „Rückkehr der Philosophie“ zu den Menschen und in die Gesellschaft ist das wichtigste Anliegen von „Abenteuer Philosophie“. Es ist die Rückkehr eines zutiefst klassischen Konzeptes. Sie wurde in der Antike Philosophie verstanden und betrieben, als eine Lebenspraxis, als eine Kunst des Lebens.

Unsere Artikel

Drei Fragen standen dabei im Zentrum, drei Fragen, die jeder Autor von „Abenteuer Philosophie“ immer im Hinterkopf hat und darauf seine Artikel begründet:

  1. Wie gelingt das eigene Leben?
  2. Wie gelingt Zusammenleben, also eine funktionierende, harmonische Gesellschaft?
  3. Wie gelingt Zukunft, also wie haben wir kollektiv in der Gegenwart zu leben, um eine positive Zukunft zu schaffen?


Unser Anspruch ist es, in jedem unserer Artikel konkrete Anregungen und Hinweise zu den drei genannten Fragen zu vermitteln. Unser Anspruch ist daher auch, dass jeder Autor ein lebendiger, praktizierender Philosoph ist, jemand, der das, was er sagt und schreibt, sich zumindest bemüht,  auch umzusetzen.

Damit wird das Geschriebene nicht aus einer reinen Gedanken-, sondern aus einer Erfahrungswelt geboren. Unser Credo ist auch, dass unsere Welt heute eine Erneuerung braucht. Wesentliche Werte sind oder drohen abhanden zu kommen, ja das Wesenhafte insgesamt ist in oberflächlichem Schein und Konsum am Ertrinken und bedarf einer Wiederbelebung. Hier ist die Philosophie als die Suche nach dem Wesentlichen mit ihren Fragen nach dem Warum und nach dem Sinn gefragt.

Und wir halten es mit Sokrates: dass der Philosoph sich für seine Tätigkeit nicht bezahlen lasst. Dies unterstützt eine freie Meinungs- und Erfahrungsäußerung. „Abenteuer Philosophie“ ist ein ausschließlich ehrenamtliches Projekt, das sich ohne Anzeigen und ohne Forderungen von öffentlicher Hand erhält. Mir wird oft die Frage gestellt, wie das möglich sei? Und heute, zur 150. Ausgabe von „Abenteuer Philosophie“ fällt mir dazu ein Wort von Mark Twain ein: „Sie wussten nicht, dass es unmöglich war, und deshalb haben sie es getan!“

Ich bedanke mich bei allen meinen idealistischen Mitstreitern und ich bedanke mich bei Ihnen, liebe Leser, die Sie die Idee einer „Rückkehr der Philosophie“ als einen wichtigen Beitrag für eine  Verbesserung und Erneuerung unserer Welt mitlesen und damit auch mittragen.

 

1 Zeitschrift – 2 Wurzeln – 3 Länder

Österreich:

1981 1. Ausgabe des philosophischen Magazins mit dem Namen Neue Akropolis, April/Mai 1981, 18 Seiten, SW. 23 monatiges Erscheinen
von 1997
2000 Namensänderung auf Filosofica (erscheint 6 x im Jahr)
2001
2003 Gemeinsame Redaktion von Deutschland und Österreich. Seit den 90er Jahren wird Abenteuer Philosophie auch über den Groß- und Bahnhofsbuchhandel vertrieben. (Nr 83-91) Mit Ausgabe 92 (2003) übernimmt Österreich die Herausgabe von Abenteuer Philosophie unter Übernahme der „deutschen“ Zählung
Herausgeber: Treffpunkt Philosophie – Neue Akropolis, Osterreich
2004 Gründung eines eigenen Verlagsvereines FILOSOFICA, ZVR-Zahl 628579681, mit Sitz in Österreich
Chefredaktion: Maria Paz de Benito (Nr 1
77), Hannes Weinelt für Filosofica (19972000) und für Abenteuer Philosophie ab Nr. 92

Deutschland:

1980 1. Ausgabe des philosophischen Magazins mit dem Namen Neue Akropolis Mai/Juni 1980, 20 Seiten, SW, um 0,70 DM. Ab Ausgabe Nr 32 farbig gedrucktes Cover, 44 Seiten um 5 DM. Änderung auf den Namen Abenteuer Philosophie mit Ausgabe Nr 70
Chefredaktion: Norma Ferrari (Nr 1
38), Walter Gutdeutsch (Nr 3991)
Herausgeber: Treffpunkt Philosophie – Neue Akropolis e.V., Deutschland

Abenteuer Philosophie erscheint 4 x im Jahr. Höchste Auflage bisher 17.000 Stück. Verkauf in Deutschland, Österreich, und in der Schweiz. Abonnenten in 9 Ländern der Welt.

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